Sonntag, 5. Februar 2012

Archives from month » Juli, 2010

Nur Christen unter den Toten der Loveparade?

Christen, Muslime, Buddhisten, Juden, Relgionsfreie… alle trauern um die Toten der Loveparade, fühlen mit den Angehörigen und den vielen Verletzten, und möchten ihre Trauer zum Ausdruck bringen. Auch unter den Toten verschiedenster Nationen waren möglicherweise nicht nur Christen, wen interessiert in so einer Situation schon die Religion der Opfer?

Die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft lädt jedoch als zentrale Trauerfeier zu einem rein christlichen Gottesdienst in Duisburg ein. In einer Kirche, mit hohen evangelischen und katholischen Würdenträgern, die die Feier leiten.

Man sollte meinen, gerade in einer Stadt wie Diusburg mit ihrem hohen Anteil muslimischer Bürger könnten diese starren Verhältnisse endlich aufgebrochen und an eine alle einschließende und niemanden ausschließende Trauerfeier gedacht werden. Eine Trauerfeier, deren Grundtenor weltanschaulich neutral ist, an der aber gerne auch Vertreter der verschiedenen Religionen als Gast teilnehmen und auch ein Gebet und tröstende Worte sprechen können.

Zu einer solchen Gedenkfeier würden auch wir Religionsfreie uns eingeladen fühlen.

Übrigens: Auch die psychische Betreuung der Betroffenen vor Ort in Duisburg wurde von der christlichen Notfallseelsorge im Auftrag des Landes durchgeführt. Und auch hier wollen wir den Betroffenen natürlich nicht den Beistand eines Pfarrers versagen, wenn er ihn braucht. Wenn er ihn braucht. Was für die Praxis bedeuten würde, dass sich weltanschaulich orientierte Betreuer für den Notfall im Hintergrund bereit hielten, die Erstversorgung aber durch professionelle Psychologen erfolgen sollte.


Kirchenkritik in der Diskussion

Bei unserem Treffen im Juli haben wir uns gemeinsam den Dokumentarfilm „Die hasserfüllten Augen des Herrn Deschner“ angeschaut. (Der Film ist auf Youtoube in 7 Teilen zu sehen.)

Für den schon etwas älteren Film von Ricarda Hinz über die Kirchenkritik von Karlheinz Deschner wurden einige kirchenkritische, religionsfreie Menschen, aber auch Theologen, Priester und Kirchenfunktionäre interviewt.

Ins Auge stach hierbei die Unfähigkeit der Kirchenvertreter, Kritik anzunehmen. Selbstgefällig und mit zum Teil hanebüchenen Argumenten wurde die christliche Kriminalgeschichte auf die Zeit verwiesen:

Es war ja nicht nur die Kirche damals, die eine Blutspur gelegt hatte, sondern man legte damals.“ … „In einer Zeit, in der man insgesamt weniger Achtsam mit dem Leben umging, war das auch in der Kirchengeschichte wo gewesen, natürlich.“

Man stellt also fest, dass die Kirche in ihrer jeweiligen Zeit nicht besser war, als die Gesellschaft, die sie umgab. Und fordert gleichzeitig selbstgefällig die Führerschaft der Kirche:

„Wer soll Werte vorgeben, wenn nicht die Religionsgemeinschaften.“ … „Wir säßen ja noch auf den Bäumen, wenn die Kloster nicht die Schulen gegründet hätten.“

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Nächstes Treffen im August

Trotz Sommerferienzeit kamen zum letzten Treffen, bei dem wir uns den Doku-Film “Die hasserfüllten Augen des Herrn Deschner” angeschaut und anschließend darüber diskutiert haben, ca. 20 Leute zusammen.  Es zeigt sich: Die Gruppe hat Substanz und wird sich weiterhin regelmäßig monatlich treffen.

Am 27.08.2010 um 19:00 Uhr im Raum 6 über dem Kino im Kulturzentrum Bahnhof-Langendreer werden wir uns wieder zusammenfinden.

Anregungen für interessante Themen werden noch gesammelt. Derzeit ist angedacht, ein moderiertes Brainstorming zu dem Thema “Schaffung von Öffentlichkeit für Konfessionsfreie und Ungläubige” anzubieten. Zwei Bereiche sind hierbei von besonderem Interesse:

1) Aktuelle Probleme (z.B. warum zeigen so wenig Konfessionsfreie Interesse an einem gemeinsamen Vorgehen gegen die Machenschaften des Klerus? usw.)

2.)  Strategien (was ist zu tun um eine Lobby für Ungläubige zu installieren und zu stärken? usw.)

Die zunächst angekündigte Information über den Religionsunterricht und die Rechte und Gesetzesgrundlagen in der Schule muss verschoben werden, da unser Fachmann für diese Fragen zu diesem Termin keine Zeit hat.

Eingeladen sind alle kritisch denkenden Menschen: Konfessionsfreie, Agnostiker, Atheisten, Humanisten, Freidenker, Skeptiker usw. aber auch interessierte Nochgläubige, die es sich trauen, jahrtausende alte Dogmen kritisch zu hinterfragen.

Wir wollen aufklären und informieren aber nicht missionieren, denn denken sollte jeder selbst.

Anreisemöglichkeiten und -wege gibts hier: Anreise

Rückfragen bitte an:  bdvs-js@arcor.de


Bestimm’ dein Endspiel selbst!

Reiseerlebnisse der einen und der anderen Art.

Meine Urlaubsreise führte mich dieses Jahr mal wieder innerhalb deutscher Regionen von Ort zu Ort – raus aus dem Revier. Zu sehen und zu erleben gab es manch sakral Absurdes, esoterisch Verwunderliches, aber auch völlig profan Erstaunliches.

Profan Erstaunliches

Letzteres traf ich in dem Städtchen Annweiler am Trifels im Pfälzer Wald an. Das Thema Fußballweltmeisterschaft war überall gegenwärtig. Kaum ein Schaufenster war nicht in Schwarz-Rot-Gold und mit Fußbällen dekoriert. So achtete ich zunächst im Vorbeigehen auch nicht näher auf dieses ganz besondere Schaufenster: “Finale”, ein Ball, Tücher in den Landesfarben.

Als ich schon an der Auslage vorbei war, stutzte ich. Stand da gerade etwas von verschiedenen Bestattungsarten? Standen da Miniatursärge neben dem Fußball?

Ich ging zurück. Tatsächlich, es handelte sich um das Schaufenster eines Bestattungshauses. Neben der Information über die verschiedensten Bestattungsformen fand sich dort ein Plakat mit dem Text: “Bestimm’ dein Endspiel selbst!” mit einem Hinweis zur Vorsorge und Tücher, die man für die private WM-Feier, aber durchaus auch für die Dekoration eines Sarges nutzen konnte. Der Fußball, den ich im Vorbeigehen registrierte: eine Urne.

Sicher, diese Behandlung des Themas Tod ist nicht jedermanns Geschmack. Außergewöhnlich für ein Bestattungshaus und deshalb für uns interessant: Nirgends, auch nicht im zweiten Schaufenster war ein religiöses Zeichen zu finden. Das Bestattungsunternehmen verzichtete völlig auf religiöse Bezüge.

Ganz in der Nähe befindet sich übrigens die kommunal betriebene Naturbegräbnisstätte Trifelsruhe, die ebenso weitgehend ohne relgiösen Bezug auskommt. Auf einen Kreuzweg dort hinauf konnten gläubige Bürger jedoch nicht verzichten. Einen Baum habe ich mir noch nicht ausgesucht. Ich konnte mich anhand des angebotenen Baumhoroskopes einfach noch nicht entscheiden…

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Ein rechter Evangelist als Bundespräsident?

Wulff: Ein Missionar auf dem Weg nach Bellevue?

Silvio Duwe 29.06.2010

Christian Wulff pflegt Kontakte zu religiösen Eiferern vom rechten Rand – und befindet sich damit in bester Gesellschaft
Mit der Nominierung Christian Wulffs als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten haben sich die Spitzen von Union und FDP auf einen farblosen Parteisoldaten und Karrieristen geeinigt, so schreiben selten einmütig die Kommentatoren. Eine glatte Fehleinschätzung, denn Christian Wulff ist offenbar ein Politiker mit einer Mission: Er ist Mitglied im Kuratorium von ProChrist, einem evangelikalen Verein, der mit Massenevangelisationen “Jesus bekannt” machen will.
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Treffen im Juli

Am 23.7.2010 um 19:00 Uhr im Raum 6 über dem Kino im Kulturzentrum Bahnhof-Langendreer werden wir uns wieder zusammenfinden.

Diesmal werden wir uns zusammen den Dokumentarfilm der Filmemacher Ricarda Hinz und Jacques Tilly “Die hasserfüllten Augen des Herrn Deschner ansehen und anschließend darüber diskutieren (mehr dazu demnächst auf dieser Seite.)

Eingeladen sind alle kritisch denkenden Menschen: Konfessionsfreie, Agnostiker, Atheisten, Humanisten, Freidenker, Skeptiker usw. aber auch interessierte Nochgläubige, die es sich trauen, jahrtausende alte Dogmen kritisch zu hinterfragen.

Wir wollen aufklären und informieren aber nicht missionieren, denn denken sollte jeder selbst.

Anreisemöglichkeiten und -wege gibts hier: Anreise

Rückfragen bitte an:  bdvs-js@arcor.de